{"id":93,"date":"2011-06-27T18:18:00","date_gmt":"2011-06-27T16:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/johannes-oswald.de\/?p=93"},"modified":"2025-08-02T11:14:25","modified_gmt":"2025-08-02T09:14:25","slug":"ansprache-anlaesslich-der-praesidentenuebergabe-juli-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johannes-oswald.de\/?p=93","title":{"rendered":"Ansprache anl\u00e4sslich der Lions &#8211; Pr\u00e4sidenten\u00fcbergabe Juli 2011"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Lionsfreunde,<\/p>\n\n\n\n<p>herzlich willkommen hier in unserem Garten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder ist ein Jahr vergangen, ein Lionsjahr. Wir haben einen Menge Geld gesammelt, gespendet und verteilt. Und doch m\u00fcssen leider feststellen, die Welt ist trotz unserer Anstrengungen auch in diesem Jahr nicht wirklich besser geworden. Nicht global und auch regional nicht sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriege, Verfolgungen und Naturkatastrophen haben die Zahl der Fl\u00fcchtlinge weltweit erneut steigen lassen. Derzeit sind etwa 40 Mio. Menschen weltweit auf der Flucht vor Kriegen und Naturkatastrophen. In Deutschland steigt die Zahl der Asylbewerber um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat berichtet die S\u00fcddeutsche Zeitung. Knapp 7 Mrd. Menschen bev\u00f6lkern inzwischen die Welt. W\u00fcrden alle so leben wollen wie wir Deutschen so br\u00e4uchten wir 2,4 Planeten, so wie die US Amerikaner, so w\u00e4ren 4 Planeten erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>46 000 Lionsclubs in \u00fcber 200 L\u00e4ndern dieser Erde haben sich das Leitwort \u201awe serve\u2018 auf die Fahnen geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Ergebnis ?? Es ist eigentlich nicht zu sehen. Ist also unser Engagement also doch nur ein Feigenblatt? Die 25 000.- Euro Spendengelder die wir dieses Lionsjahr weiterreichen konnten? Auf alle Clubs hochgerechnet, w\u00e4ren das immerhin etwa 1 Mrd. Euro. Ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel wichtiger als Geld zu sammeln ist unser weltweites Handeln und Agieren, unsere t\u00e4gliche Arbeit. Sie pr\u00e4gt die Welt viel mehr als das bisschen soziales Engagement, das wir an den Tag legen. Unser ganzes menschliches Handeln ist gefragt: unsere Fairness, unsere Ehrlichkeit, unsere Offenheit und unsere Wahrhaftigkeit im ganz pers\u00f6nlichen Alltag.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch werden wir die Herausforderungen dieser Welt, z.B. die der Klimaver\u00e4nderung in den Griff bekommen? &nbsp;Vermutlich nicht! K\u00f6nnen wir verhindern, dass Menschen auf dieser Welt verhungern? Man k\u00f6nnte meinen, es w\u00e4re m\u00f6glich &#8211; die Tatsachen sprechen dagegen! K\u00f6nnen wir beeinflussen, dass im armen Afrika die Bev\u00f6lkerungszahlen weiter explodieren und im reichen Europa stagnieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer hochtechnisierten Welt, die einen enormen Bedarf an schier allem hat und droht unseren Planeten langfristig zu \u00fcberfordern. Wir verbrauchen das \u00d6l der Welt in wenigen Generationen, wir blasen CO2 in Massen in die Luft, fischen die Meere leer und holzen die Urw\u00e4lder ab, gegen besseres Wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bringt riesige Probleme mit sich. Und wir k\u00f6nnen das Rad nicht zur\u00fcckdrehen, weder pers\u00f6nlich noch global. Es gibt nur einen unumkehrbarer Entwicklungsstrang. Er kennt nur eine Richtung, l\u00e4sst kein Zur\u00fcck zu, kein Innehalten, keinen zweiten Versuch. Immer wieder mal erwische mich dabei, dass ich das Erlebte nochmal in Zeitlupe sehen m\u00f6chte oder mit der Taste r\u00fcckg\u00e4ngig machen, nochmal anders entscheiden m\u00f6chte &nbsp;\u2013 es geht nicht! &#8211; Gott sei Dank geht es nicht, denn wo k\u00e4men wir hin, wenn der eine dies der andere das r\u00fcckg\u00e4ngig machen w\u00fcrde. &#8211; Schlie\u00dflich leben wir in einer interdependenten Welt, in der keine Handlung eines Menschen f\u00fcr andere folgenlos bliebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einigen Wochen hatte ich Gelegenheit Herrn Rademacher zuzuh\u00f6ren, der den Zustand der Welt faszinierend und erschreckend zugleich in vielen Fassetten beschrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gedanke am Schluss ist bei mir h\u00e4ngengeblieben. Und zwar die Frage: Durch unseren technischen Fortschritt erreichen wir derzeit enormes. Die technisch\/technologischen Entwicklungen der Menschen sind \u00fcberaus hilfreich, probleml\u00f6send und wegweisend in eine gute Zukunft. Gleichzeitig w\u00e4chst jedoch unser \u00dcberblick. Wir bekommen Katastrophen wie \u00dcberbev\u00f6lkerung, Kriege, Hunger oder Auswirkungen der Klimaver\u00e4nderung fast t\u00e4glich online vor Augen gef\u00fchrt. Es scheint ein Wettrennen zu sein. Hier entsteht ein Problem, dort erarbeiten wir eine L\u00f6sung, doch wir sind noch nicht fertig, da kommt das n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Problem hinzu. Werden wir diesen Wettlauf mit der Zeit und ihren jeweiligen Fragen, die sie aufwirft, als Menschheit bestehen oder werden wir untergehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Rademacher gibt der Menschheit eine Chance zwischen 30 und 50 %. Nun eigentlich k\u00f6nnten wir verzweifeln, den Bettel hinschmei\u00dfen, oder alles laufen lassen und in Depression verfallen, vieles g\u00e4be uns ausreichend Grund dazu! Doch &#8211; &nbsp;es w\u00fcrde zu nichts f\u00fchren, nichts verbessern, und niemandem helfen, ganz im Gegenteil. Was bleibt also zu tun? Verantwortliches Handeln, Flexibilit\u00e4t (um auf das, was auf uns einst\u00fcrmt, sinnvoll reagieren zu k\u00f6nnen) Mut zur jeweils richtigen Entscheidungen, sobald sie denn erkennbar\/entscheidbar ist &#8211; und vor allem Demut. Demut, die anerkennt, dass wir Menschen nicht alles machen\/leisten k\u00f6nnen. In diesem Sinne steht uns eine gewisse Bescheidenheit gut zu Gesicht und die Dankbarkeit f\u00fcr unser aktuelles Leben in Frieden und Wohlstand hier in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass wir nicht alles leisten k\u00f6nnen f\u00fchrt zur Erkenntnis, dass wir auch nicht alles leisten m\u00fcssen. Jeder von uns hat vor allem die Verantwortung f\u00fcr sein eigenes Leben und nicht immer gleich f\u00fcr die ganze Welt. Trotzdem also, trotz allem Leid und aller Unzul\u00e4nglichkeit d\u00fcrfen wir uns \u00fcber unser Leben freuen \u2013 ja wir haben geradezu keine ernstzunehmende Alternative!<\/p>\n\n\n\n<p>Optimismus gepaart mit einem geh\u00f6rigen St\u00fcck Verantwortung und Caritas scheint eine durchaus geeignete Haltung zu sein. Und Freude und Gl\u00fcck ist mit der Verantwortung f\u00fcr Andere \/Hilfsbed\u00fcrftige verkn\u00fcpft.&nbsp; Melvin Jone, der Gr\u00fcnder der Lionsbewegung sagt:&nbsp; \u201eDu kommst nicht sehr weit, bis Du beginnst, etwas f\u00fcr andere zu tun\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne verstehen wir uns als Lionsfreunde, die helfen und gleichzeitig das Leben genie\u00dfen und Freude daran haben. Die richtige Balance dazu zu finden bleibt unser steter Anspruch und unsere Aufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Lionsfreunde, herzlich willkommen hier in unserem Garten. Wieder ist ein Jahr vergangen, ein Lionsjahr. 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