Sehr geehrter Hautgeschäftsführer des paritätischen Wohlwahrtsbundes, Dr. Rock,
letzte Woche hat der paritätische Wohlfahrtsverband eine Veröffentlichung zur Armutsgefährdung in Deutschland herausgebracht, nach der über 13 Millionen Deutsche armutsgefährdet sind.
Die Ausführungen ihres Hauses haben keinen wissenschaftlichen Hintergrund, wie der Philosoph und Humanist Julian Nida-Rümelin beschreibt, sie sind einfach falsch oder allenfalls ideologisch begründet.
In einer Situation, in der eine Fokussierung auf die wirtschaftliche Erholung in Deutschland dringend erforderlich ist, verbreitet ihr Haus das Märchen von der großer deutscher Armut. Das ist schlichtweg verantwortungslos!
Darüber hinaus gefährden Sie mit ihren Aussagen genau das, was sie vermutlich erreichen wollen, nämlich mehr Geld für soziale Zwecke auszugeben. Das Geld muss jedoch erst mal verdient werden, bevor es verteilt werden kann und dazu muss die Wirtschaft laufen. Eine ideologisch begründete Aufheizung der Debatte hin zu noch mehr Sozialausgaben und noch mehr Staatsquote werden die Leistungsträger in Deutschland zurecht ablehnen – wir haben aktuell tatsächlich wichtigere Aufgaben um unseren Sozialstaat zu erhalten.
PS: der Artikel des Philosophen und Humanisten Julian Nida-Rümelin erschienen am 6. Juli 2026 erschien in ,Welt‘.
mit obigem Titel: ,Das Märchen von der Armutsgefährdung‘
In aller Kürze: Julian Nida-Rümelin bezeichnet die Rechnung als statistischen Taschenspielertrick, der nichts mit der Realität zu tun hat. Nida-Rümelin bring dazu ein einleuchtendes Beispiel: Sollten alle Menschen in Deutschland ab morgen ein 10 mal so hohes Realeinkommen wie heute erhalten, wäre ihre Armutsgefährdung nach der Rechnung des Paritätischen Wohlfahrverbandes exakt so hoch wie heute. Das zeige, wie abwegig die gewählten Kriterien seien.