Selbstbereicherung von Amts wegen 

Damals 1268:
In der Verfassung der venezianischen Republik wurde 1268 ein kompliziertes Wahlsystem eingeführt um zu verhindern, dass einflussreiche Menschen, die Dogenwahl beeinflussen konnten, um sich dadurch wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen. – Dem Dogen selbst war das Wirtschaften während seiner Regierungszeit grundsätzlich verboten. Historiker sehen darin einen wesentlichen Grund dafür, dass die Republik Venedig weitere 500 Jahre stabil und machtvoll war. –

Heute 2026:
100.000 $ pro Monat zahlt der, der die neuesten Nachrichten des US-amerikanischen Präsidenten abonniert, fast direkt an Donald Trump, um persönliche Vorteile für sein Börsengeschäft zu erzielen.

Wie tief sind wir gesunken? – Das gewähltes Regierungsoberhaupt der größten westlichen Demokratie erzeugt Börsenschwankungen und lässt eine Elite daran verdienen. Viel schlimmer, der Präsident  selbst bereichert sich direkt an seiner eigenen Politik. 

In den westlichen Demokratie galt und gilt Selbstbereicherung als absolutes ,No-Go‘‘ für Politiker und schon gar für Präsidenten und Kanzler. – das war einmal! Heute grinst der Verursacher zu seiner Bereicherung selbstbewusst in die Kameras.

In Deutschland kann bereits der Anschein eines Interessenkonflikts erhebliche politische Folgen haben. – Für Ministerpräsident Christian Wulf wurde 2012 wegen ein paar 100 € vermuteter Vorteilsnahme beinahe die Immunität aufgehoben – er ist zuvor freiwillig zurückgetreten. – Im Mittelpunkt stand die Frage ob ein Amtsträger durch private Vergünstigungen in der Unabhängigkeit seiner Entscheidung beeinträchtigt wird. 

In den USA beeinflussen schon lange die Mächtigsten die Präsidentenwahl. Man darf raten, mit welchem Ziel und Interessen … Die offene Selbstbereicherung aus den eigenen Amtshandlungen heraus, ist jedoch eine neue Qualität. 

Na dann, weiter so Amerika – das ist der selbst gepflasterte Weg in eine wirtschaftsmoralische Verwahrlosung! – Besonders erschreckt mich, dass diese mächtige Demokratie den immer neuen Exzessen ihres Präsidenten offensichtlich nichts entgegen zusetzen hat.